Macht mit: Tragt die 30 Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte öffentlich auf dem Marktplatz in Taucha vor!

Unter dem Motto „Die Würde des Menschen ist unantastbar – für Menschenrechte in Sachsen, Europa und überall!“ wollen wir den 75. Jahrestag der Verkündung der Erklärung der Menschenrechte durch die Vereinten Nationen am 10.12.1948 in Paris feiern – am Sonntag, dem 10.12.2023 von 14-17 Uhr auf dem Marktplatz in Taucha. (Weitere Informationen zum Internationalen Tag der Menschenrechte in Taucha)

Macht mit!

Die Präambel der Erklärung beginnt mit folgenden Absätzen:

„Da die Anerkennung der angeborenen Würde und der gleichen und unveräußerlichen Rechte aller Mitglieder der Gemeinschaft der Menschen die Grundlage von Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden in der Welt bildet,

da die Nichtanerkennung und Verachtung der Menschenrechte zu Akten der Barbarei geführt haben, die das Gewissen der Menschheit mit Empörung erfüllen, und da verkündet worden ist, dass einer Welt, in der die Menschen Rede- und Glaubensfreiheit und Freiheit von Furcht und Not genießen, das höchste Streben des Menschen gilt,
…“

und endet mit

„…verkündet die Generalversammlung

diese Allgemeine Erklärung der Menschenrechte als das von allen Völkern und Nationen zu erreichende gemeinsame Ideal, damit jeder einzelne Mensch und alle Organe der Gesellschaft sich diese Erklärung stets gegenwärtig halten und sich bemühen, durch Unterricht und Erziehung die Achtung vor diesen Rechten und Freiheiten zu fördern und durch fortschreitende nationale und internationale Maßnahmen ihre allgemeine und tatsächliche Anerkennung und Einhaltung durch die Bevölkerung der Mitgliedstaaten selbst wie auch durch die Bevölkerung der ihrer Hoheitsgewalt unterstehenden Gebiete zu gewährleisten.“
(Quelle: https://www.amnesty.de/alle-30-artikel-der-allgemeinen-erklaerung-der-menschenrechte )

Wir sehen die Menschenrechte derzeit an vielen Stellen gefährdet und verletzt und sind in Sorge, dass im kommenden Jahr mit den Kommunal- und Landtagswahlen in Sachsen Parteien und politische Einstellungen an Einfluss gewinnen, die diese Menschenrechte missachten und das demokratische Miteinander in unserer Gesellschaft gefährden.

Schon in den aktuellen Debatten sehen wir Menschenrechte von besonders verletzlichen Menschen in Gefahr: so z.B. in der öffentlichen Debatte und in den Gesetzesverschärfungen zum Umgang mit geflüchteten Menschen, die besonders schutzbedürftig und deren Menschenrechte besonders leicht verletzbar sind. Europa unterlässt – in einem bewussten Akt der unterlassenen Hilfeleistung – Maßnahmen zur Seenotrettung von flüchtenden Menschen im Mittelmeer und kriminalisiert die zivilgesellschaftlichen Rettungs-Initiativen. Schließlich werden derzeit die Rechte zukünftiger Generationen – die derzeit noch keine Stimme haben – durch ein Zuwenig-Tun im Kampf gegen den Klimawandel in einem überaus hohen Maße missachtet und verletzt.

Wir laden Sie ein, mit uns auf den Marktplatz zu kommen und gemeinsam mit anderen Bürger*innen aus der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte vorzulesen und in den Austausch über die Bedeutung und Wichtigkeit dieser Erklärung zu kommen.

Schreiben Sie uns eine kurze e-mail an info@saft-taucha.org, so dass wir Ihnen und euch weitere Informationen zukommen und das Vortragen zeitlich abstimmen können.

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Zum Internationalen Tag der Menschenrechte am 10.12.2023: Kundgebung in Taucha „Die Würde des Menschen ist unantastbar – für Menschenrechte in Sachsen, Europa und überall!“

Wir laden ein zur Kundgebung am Sonntag, dem 10.12.2023 von 14-17 Uhr auf den Marktplatz in Taucha.

Am 10.12.1948, vor fast 75 Jahren, wurde die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen verkündet. Seitdem wird der 10. Dezember als Tag der Menschenrechte begangen.

Wir laden dazu ein, diesen Tag zu feiern und die Wahrung der Menschenrechte einzufordern – in Sachsen, Europa und überall!

Wir sehen die Menschenrechte derzeit an vielen Stellen gefährdet und verletzt: so z.B. in der öffentlichen Debatte und in den Gesetzesverschärfungen zum Umgang mit geflüchteten Menschen, die besonders schutzbedürftig und deren Menschenrechte besonders leicht verletzbar sind.
Europa unterlässt – in einem bewussten Akt der unterlassenen Hilfeleistung – Maßnahmen zur Seenotrettung von flüchtenden Menschen im Mittelmeer und kriminalisiert die zivilgesellschaftlichen Rettungs-Initiativen. Schließlich werden die Rechte zukünftiger Generationen durch ein Zuwenig-Tun im Kampf gegen den Klimawandel in einem überaus hohen Maße missachtet und verletzt.

Wir laden euch dazu ein, öffentlich die Stimme zu erheben und mit uns aus der Erklärung der Menschenrechte vorzulesen. Meldet euch, wenn ihr mitmachen wollt: info@saft-taucha.org

Unterstützt zivilgesellschaftliche Initiativen zur Seenotrettung mit Spenden und zeigt, dass Hilfeleistung nicht kriminalisierbar ist (eine der Initiativen ist z.B. Sea-Watch – lest mehr zu ihrer Arbeit hier: https://sea-watch.org).

Wir wollen mit euch eine (noch utopische) Reise ins Jahr 2048 unternehmen – in eine Welt, in der die Menschenrechte geachtet werden und in der wir sehen, dass wir auch anders miteinander umgehen können.

Wir freuen uns auf Beiträge von lokalen und regionalen zivilgesellschaftlichen Akteuren, die sich für Menschenrechte, für geflüchtete Menschen und für Klimagerechtigkeit einsetzen.

Wir erwarten die Musiker*innen:

Weitere Informationen zum Internationalen Tag der Menschenrechte in Taucha am 10.12.2023 findet ihr auch in den sozialen Medien mit dem Hashtag #MenschenrechteTaucha2023.

Flyer für die Kundgebung am 10.12.23 zum Internationalen Tag der Menschenrechte

Kundgebungs-Bild 2

Kundgebung am 10.12.2023 in Taucha

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Wieder rechte Bedrohungen & Einschüchterungsversuche in Taucha

Am 03.11.2023 wurde eine bei SAfT e.V. aktive Person abermals von rechten Jugendlichen bedroht und eingeschüchtert. Gegen 20Uhr bestiegt der Betroffene in Begleitung einer weiteren Person die Straßenbahn. An der Bürgerruhe stieg außerdem eine Gruppe von ca. 7 Jugendlichen, geschätzt zwischen 17 und 20 Jahre alt, ebenfalls in die Straßenbahn ein.
Nach kurzer Zeit wurde von der Gruppe Jugendlicher mehrmals der Name der Betroffenen Person gerufen. Außerdem wurden von der Gruppe in der Straßenbahn Parolen von LOK Leipzig gerufen.
Die Begleitung der Betroffenen Person sprach die Gruppe darauf hin an. Es folgten Beleidigungen als Zecken u.ä.. Die Gruppe kam den beiden Personen näher, blieb in unmittelbarer Nähe stehen und beäugte die beiden streng. Eine Person zog sich Lederhandschuhe an.
An der Schwantesstraße blockierte die Gruppe die Tür der Tram und schlugen gegen Tür und Fenster. Die Betroffene Person und ihre Begleitung wurden aufgefordert auszusteigen.
Ein Person spuckte die betroffene Person an. Nach ca. ein bis zwei Minuten ließ die Gruppe von der Straßenbahn und den Betroffenen ab und riefen noch „ … dich erwischen wir noch alleine.

Die betroffene Person wurde zehn Tage später gegen 20.15Uhr am 13.11.2023 erneut von einer Gruppe Jugendlicher angesprochen.
Der Betroffene packte seine Einkäufe im Kassenbereich vom Kaufland in der Portitzer Straße ein, als ein Jugendlicher zügig an ihm vorbei lief und ihn hämisch angrinste. Er stieß vor dem Kaufland zu einer Gruppe von etwa 10 Jugendlichen und machte diese auf den Betroffenen aufmerksam. Beim Verlassen des Kauflands und dem Überqueren des Parkplatzes rannten zwei Personen aus der Gruppe zu dem Betroffenen, versperrtem ihm den Weg und sprachen ihn in aggressivem Ton an.
Der Betroffene versuchte immer wieder aus der Situation zu entkommen, ihm wurde jedoch immer wieder der Weg versperrt. Der Betroffene wurde aggressiv angeschrien. Die Jugendlichen bezogen sich auch explizit auf die Situation in der Straßenbahn am 03.11.2023. Die Bedrohungen habe er zu erdulden und sowieso habe er nichts zu sagen.
Als der Betroffene abermals versuchte weiterzulaufen wurde ihm gedroht, dass er sich keinen Meter mehr bewegen soll, er nirgendwo mehr hingehe und die drohende Person sonst „für nichts garantieren könne“. In dem Moment rechnete der Betroffene mit einem körperlichen Angriff.
Glücklicherweise hatte eine aufmerksame Person die Situation beobachtet.
Diese kam mit dem Auto hupend angefahren. Der Betroffene nutzte die Ablenkung und steig auf dem Rücksitz des Autos ein. Der Fahrer beschleunigte und brachte den Betroffenen aus der Situation heraus.

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Solidarität mit allen Betroffenen von rechten Einschüchterungsversuchen in Taucha und überall.

Wir gehen davon aus, dass das nicht die einzigen Vorfälle in den vergangenen Monaten in Taucha waren und empfehlen allen Betroffenen sich beim Projekt SUPPORT des RAA Sachsen e.V. zu melden. Auch wir von SAfT e.V. sind weiterhin ansprechbar. ChronikLE dokumentiert faschistische, rassistische und diskriminierende Ereignisse in und um Leipzig. Meldet Vorkommnisse auch weiterhin dort.

Wir fordern die Stadtgesellschaft und die Verantwortlichen aus Politik und Verwaltung einmal mehr dazu auf endlich aktiv zu werden. Ohne kontinuierliches Engagement, eine Strategie zur Eindämmung antidemokratischer Tendenzen und eine Einhegung der entsprechenden Personenkreise sehen wir schwarz für die „Kleine Stadt mit großem Herz.“

Für ein Solidarisches Taucha

SAfT e.V. – Solidarische Alternativen für Taucha / 19.11.2023

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Chorbegegnung in Taucha: Chu-Yin Arts Troupe aus Taiwan und Anatupenda aus Taucha treten gemeinsamauf

Hier ein Pressebeitrag zu unserer Kooperationsveranstaltung am 14.6.2023 in Sehlis im Rahmen des 1. Leipziger Internationalen Interkulturellen Musikfestivals LIIMF (https://liimf.webflow.io).


Fantastische Chorbegegnung in Taucha: Chu-Yin Arts Troupe aus Taiwan und Anatupenda treten gemeinsam in Sehlis auf

Das 1. Leipziger Internationale Interkulturelle Musikfestival LIIMF fand vom 10.-16. Juni 2023 an verschiedenen Orten des Leipziger Kulturlebens statt. Organisiert wurde es von Lily Yun Hsueh, Opernsängerin und eine Art kulturelle Botschafterin der Insel Taiwan in Deutschland mit ihrem Verein Formosa Li con amici e. V.

Neben einem Abstecher zur Burg Königstein und einem Auftritt in der Thomaskirche stand auch ein Besuch in Taucha auf dem Programm, zu dem sie der Verein S.A.f.T e.V eingeladen hatte.
Dieser ist aus einer Initiative gegen rechte Raumnahme hervorgegangen und setzt sich seit 2019 unter anderem für ein solidarisches Miteinander, eine starke Zivilgesellschaft, Demokratie und kulturelle Vielfalt ein, will damit unterstützen Taucha lebenswert und lebendig zu gestalten.

Chu-Yin Arts Troupe

Auf dem Gelände der „Werkstatt für Nachhaltiges Leben und Arbeiten e.V.“, einem für die nordsächsische Region typischen Vierseithof waren die internationalen Gäste herzlich willkommen.
Nach einem Rundgang über die Felder der Solidarischen Landwirtschaft „Rote Beete e.G.“, einer schmackhaften Mahlzeit und fetzigem Gospel-Rock von ANATUPENDA und Ruth Schmidt als Eröffnung legte die Chu-Yin Arts Troupe richtig los:

Mit Federschmuck und Traditionellen Gewändern bekleidet sangen sie „Gebete an den Himmel“, „Lange Lieder am Versammlungshaus“ und solche über das Bestellen verschiedener Felder.
Die Musik der indigenen Amis besteht aus polyphonen Silbengesängen, die ursprünglich bei der Arbeit auf den Feldern gesungen wurde. Eine Besonderheit ist der freie Kontrapunkt der eine spezielle Form der Harmonie erzeugt.

Auftritt der Chu-Yin Arts Troupe am 14.6.2023 in Sehlis

Beim Abschiedslied gab es kein Halten mehr, die Gastgeber verabschiedeten sich gemeinsam mit den Gästen glücklich tanzend, bemüht die traditionellen Tanzschritte nachzuahmen. Teilnehmende aus Sehlis und Eilenburg riefen „Das ist mal Kultur!“ und „So ein spontanes Erlebnis, einfach geil!“

Tobias vom Tauchaer Gospelchor Anatupenda freut sich: „Toll an einem Abend diese Vielfalt zu erleben“ auch Michael ist begeistert: „Einfach anregend. Auch ohne die Sprache zu verstehen geschieht eine Verständigung durch Musik und Tanz“.

Auftritt der Chu-Yin Arts Troupe am 14.6.23 in Sehlis

Es war ein wunderbarer Abend und die Tauchaer Teilnehmer und Teilnehmerinnen sind seither herzlich eingeladen die Chu-Yin Arts Troupe in Taiwan zu besuchen.

Dies ist eine besondere Ehre, denn mit Panay und Kanas handelt es sich um hochrangige Vertreter der Kultur und Kunst der Amis, die auch Dozenten an verschiedenen Ausbildungsstätten waren.
Panay ist pensionierte Assistenzprofessorin, zudem Regisseurin von Amis-Musicals und wurde 2021 mit der Chu-Yin Arts Troupe als Bewahrerin der traditionellen Darstellungskunst Macadaay registriert.
Dr. Yu-Hsiu Lu hingegen ist aktive Professorin für Ethnomusikologie an der Taiwan Normal University und mit ihren Veröffentlichungen Finalistin bei den 16. und 23. Golden Melody Awards.

Auftritt der Chu-Yin Arts Troupe aus Taiwan am 14.6.2023 in Sehlis

Anna von S.A.f.T. e.V. hofft ebenfalls, mit dieser Veranstaltung zum interkulturellen Austausch und vielen interessanten Begegnungen beigetragen zu haben, und wird darin von Lily Yun-Hsueh bestätigt: „Ein asiatisch-indigener und europäischer Austausch hat heute beide Kulturen bereichert. Unseren Gästen, die auch matrilineare soziale Ebenen vertreten, hat der achtsame Empfang und das schöne gemeinsame Programm bei S.A.f.T e.V. von Herzen gefallen. Wir würden uns freuen, auch im nächsten Jahr mit dem LIIMF in Taucha zu Gast sein zu können.“

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2. Christopher Street Day (CSD) in Taucha

Start 13.00Uhr Bahnhof Taucha -> Demonstration mit Zwischenkundgebung auf dem Marktplatz -> Abschlusskundgebung auf der Festwiese -> Ende gegen 17.00Uhr

                       

Etwas breiter aufgestellt als beim ersten Anlauf der Linksjugend im vergangenen Jahr, soll am kommenden Sonntag der zweite Tauchaer CSD begangen werden. Mit einer von mehreren Organisationen getragenen Demonstration durch Taucha soll unter dem Motto „Jetzt erst recht!“ abermals ein Zeichen für die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt im Landkreis gesetzt werden. Wir begrüßen es ausdrücklich, dass sich der Tauchaer Bürgermeister u.a. durch das Hissen der Regenbogenfahne vor dem Rathaus anlässlich des Stonewall-Gedenktages öffentlich für die Akzeptanz von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt einsetzt (https://www.taucha-kompakt.de/2021/regenbogenflagge-erstmalig-am-tauchaer-rathaus/). Mit RosaLinde e.V. aus Leipzig hatten wir am 23. Juni diesen Jahres bereits eine gut besuchte Lesung im Diakonat veranstaltet (-> https://www.l-iz.de/veranstaltungen/tipp-buehne/2022/06/am-23-juni-queere-lesung-passing-problems-in-taucha-456100). Außerdem wird ab der kommenden Woche die Ausstellung „Solche Leute gibt’s hier nicht! (-> https://queeres-sachsen.de/ausstellung/) im Tauchaer Geschwister-Scholl-Gymnasium gezeigt.

Trotzdem berichten Betroffene aus Taucha immer wieder von queer-feindlichen Diskriminierungserfahrungen im Alltag. Hier und da taucht auch immer mal wieder queer-feindliche Propaganda von extrem rechten Parteien und Bewegungen im Stadtbild auf, wie zuletzt Plakate von der Partei III.Weg oder Sticker nach dem Stadtfest, von einigen Kommentaren in einigen Facebook-Gruppen ganz zu schweigen. Erwähnt sei außerdem der Abbruch des ersten Tauchaer CSD auf dem Tauchaer Marktplatz durch die Veranstalter*innen wegen Störungen aus dem neonazistischen Milieu (-> https://www.taucha-kompakt.de/2021/provokationen-von-rechts-csd-der-linke-in-taucha-vorzeitig-beendet/). Das alles offenbart, es bleibt noch einiges zu tun, … auch in Taucha!

Bereits vor knapp zwei Wochen zogen am 17.09.2022 etwa hundert Teilnehmer*innen unter dem Motto „„Wir existieren, ob ihr wollt oder nicht!“ bei einer queeren Demo durch Taucha. Aus verschiedenen Gründen ist das nun die zweite Demonstration mit einer ähnlichen inhaltlichen Ausrichtung innerhalb weniger Wochen. Das bewegt teilweise die Gemüter und so soll es auch sein, …auch wenn das so für das kommende Jahr sicherlich anders geplant wird ;-).

Wir wünschen uns, dass sich Lesben, Schwule, Bisexuelle, asexuelle oder aromantische, trans- und intergeschlechtliche, nichtbinäre und queere Menschen (LSBTIANQ*) aus Taucha ob jung oder alt durch die Demonstration bestärkt und ermutigt fühlen auch im Alltag für ihre Rechte, Lebens- & Liebensweisen einzustehen.

Also auf geht’s … „Jetzt erst recht!“

Solidarische Grüße

SAfT e.V.

 

Pressemitteilung

02.10.2022: 2. Christopher Street Day (CSD) in Taucha

Am 2.10.2022 findet der zweite Christopher Street Day (CSD) unter dem Motto „Jetzt erst
recht!“ in Taucha statt. Die Veranstaltung wird von einem Bündnis aus Linksjugend
Nordsachsen, Jusos Nordsachsen, Solidarische Alternativen für Taucha (SAfT e.V.) sowie dem Projekt „Que(e)r durch Sachsen – Mobil im ländlichen Raum“ des RosaLinde Leipzig e.V. organisiert.
Lesben, Schwule, Bisexuelle, asexuelle oder aromantische, trans- und intergeschlechtliche,
nichtbinäre und queere Menschen (LSBTIANQ*) in Taucha und Nordsachsen erleben immer wieder Diskriminierungen, Stigmatisierungen und Pathologisierungen aufgrund ihrer individuellen Lebensrealitäten.
Der erste CSD in Taucha fand am 22. August 2021 und musste nach Störaktionen durch
Rechtsextreme vorzeitig abgebrochen werden (vgl. etwa https://www.queer.de/detail.php?article_id=39790) . Mit dem Motto „Jetzt erst recht!“ setzt der 2. CSD 2022 ein deutliches Zeichen für die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt im Landkreis, gegen rechte Ideologien und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit.
Die Demonstration wird um 13 Uhr am Bahnhof Taucha eröffnet, zieht dann mit Zwischenstopp am Markt durch die Stadt und endet an der Festwiese, wo eine Kundgebung mit Musik und Infoständen stattfindet. Der CSD wird von Redebeiträgen begleitet, u.a. von Sarah Buddeberg (MdL, die Linke), SAfT e.V., Jugendparlament Nordsachsen, Grüne Jugend Sachsen, Jusos Sachsen, RosaLinde Leipzig e.V. und von queeren Menschen aus der Region.
Das Organisationsteam ruft alle LSBTIANQ* aus dem Landkreis Nordsachsen, aus ganz Sachsen und darüber hinaus sowie deren Freund*innen und Unterstützer*innen zur Teilnahme am CSD in Taucha auf.

Es gilt, gemeinsam ein starkes Zeichen für Vielfalt, Akzeptanz sowie ein
demokratisches Miteinander in Nordsachsen zu setzen.

Die Organisator*innen empfehlen allen Teilnehmenden, sich aus Sicherheitsgründen auf dem Hin- und Rückweg sowie im Umfeld des Tauchaer CSD nicht allein zu bewegen, sondern möglichst in Gruppen unterwegs zu sein.

Christopher Street Days (CSDs) erinnern an die Stonewall Riots 1969. Am 28. Juni 1969 fand in der New Yorker Bar „Stonewall Inn“ in der Christopher Street eine Razzia statt. Es kam zu Polizeigewalt, queere Menschen und BIPoC wurden angegriffen. Menschen aus der LGBTQIA-Community wehrten sich und nahmen die New Yorker Straßen ein, um für die Rechte von queeren Menschen zu kämpfen und darauf aufmerksam zu machen.

Das Projekt „Que(e)r durch Sachsen – Mobil im ländlichen Raum“ des RosaLinde Leipzig e.V. bietet psychosoziale Beratung für Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans, inter, nichtbinäre, asexuelle und queere (LSBTIANQ) Menschen in den Landkreisen Leipzig, Nord- und Mittelsachsen an. Die Beratung erfolgt dabei nach individueller Terminvereinbarung vor Ort im Landkreis oder auch telefonisch bzw. per Email. Zudem organisiert das Projekt inKooperation mit Partner*innen vor Ort Veranstaltungen und Sensibilisierungsformate für Fachkräfte.

SAfT – Solidarische Alternativen für Taucha e.V. ist eine Initiative von Menschen, die in
Taucha wohnen, arbeiten oder aus anderen Gründen in Taucha unterwegs sind. Einige
Mitglieder der Initiative sind von rechter Gewalt in Taucha betroffen. SAfT setzt sich gegen
Diskriminierungen aufgrund von Aussehen, politischer Einstellung, Geschlecht, sexueller
Orientierung, Herkunft und anderen Merkmalen, gegen Gewalt und gruppenbezogene
Menschenfeindlichkeit in Taucha ein. Die Initiative sensibilisiert für die Perspektiven
Betroffener, informiert über rechte Aktivitäten in Taucha und trägt zur Aktivierung der
Zivilgesellschaft bei.

Pressekontakt:
Vera Ohlendorf
Projektkoordination
Projekt „Que(e)r durch Sachsen – Mobil im ländlichen Raum“
RosaLinde Leipzig e.V.
Tel.: 0157 35630726
Email: vera.ohlendorf@rosalinde-leipzig.de

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Redebeiträge vom 29.06. & 02.07.2022

Der Aufruf zur Kundgebung von SAfT e.V. am 29.06.2022 auf dem Tauchaer Marktplatz, für die auch fast ausschließlich in Taucha mobilisiert wurde, unter dem Motto „Rechte Gewalt stoppen – Solidarität mit den Betroffenen“ wurde als Redebeitrag verlesen. Außerdem wurden Auszüge aus dem Text „#SolidarischesTaucha statt Nazi-Kiez“ verlesen, welcher 2021 in der Broschüre Leipziger Zustände (Ausgabe Januar 2021) vom Dokumentationsprojekt ChronikLE erschienen ist. Außerdem wurden Teile der Sammlung rechter Vorkommnisse in Taucha verlesen. Es gab einen weiteren Redebeitrag von einer Person von SAfT e.V., der hier auf eigenen Wunsch der*des Verfasser*in nicht veröffentlicht wird.

Wir dokumentieren an dieser Stelle einige Redebeiträge der Demonstration vom 02.07.2022 unter dem Motto „Rechte Raumnahme stoppen – Keine Homezone für Neonazis in Taucha!“ in Taucha. Aufgerufen hatten das Aktionsnetzwerk Leipzig Nimmt Platz und die Gruppe Aktion Antifa Leipzig. Die Texte werden Stück für Stück in diesem Blogbeitrag ergänzt.

Redebeitrag_KerstinKöditz_02072022

Redebeitrag_LARA_02072022

Redebeitrag_SAfT_02072022

Redebeitrag_AALE_02072022

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KURZBERICHT ZUR DEMONSTRATION VOM 02.07.2022

An der Demonstration „Rechte Raumnahme stoppen – Keine Homezone für Neonazis in Taucha!“ am 02.07. durch Taucha haben ca. 220 Menschen teilgenommen. Aufgerufen zu der Demonstration hatten das Aktionsnetzwerk Leipzig Nimmt Platz und Aktion Antifa Leipzig. Mit Sprechchören, Musik und vielen Redebeiträgen bewegte sich die Demonstration durch das Tauchaer Stadtgebiet. Anlass war ein massiver rechter Übergriff auf einen Jugendlichen am 22.06.2022 in Taucha (siehe https://saft.noblogs.org/post/2022/06/26/massiver-rechter-uebergriff-in-taucha-am-22-06-2022/).

Auch einige Tauchaer*innen schlossen sich der Demonstration an, nachdem bereits am Mittwoch etwa 70 Menschen bei einer Kundgebung unter dem Motto „Rechte Gewalt stoppen – Solidarität mit den Betroffenen“ auf dem Tauchaer Marktplatz zusammen kamen. Die Redebeiträge werden wir, soweit es die Redner*innen erlauben, zeitnah auf unserer Homepage zur Verfügung stellen.

Neben vereinzelten Pöbeleien am Rande der Demo kam es zu keinen weiteren Störungen. Es gab an mehreren Stellen Zuspruch von Passant*innen. Auch andere Anwohner*innen bekundeten ihre Unterstützung nach kurzem Gespräch oder zeigten einfach den Daumen hoch am Fenster.

Nach mehr als drei Stunden endete die Demonstration auf dem Taucher Marktplatz. Der Trinkbrunnen erfreute sich großer Beliebtheit. Nach der Abschlusskundgebung zogen die Demonstrierenden zurück zum Tauchaer Bahnhof. Wir bedanken uns bei allen, die nach Taucha gekommen sind, um Solidarität mit den Betroffenen zu zeigen und auf die rechten Strukturen in Taucha aufmerksam zu machen. Danke auch an die Organisator*innen und Redner*innen!

Uns wurde zugetragen, dass auch der Betroffene und eine Bezugsperson auf der Demonstration waren. Beide waren wohl sehr dankbar für das kraftspendende Zeichen und das Engagement von SAfT e.V.. Wir stehen weiterhin für Unterstützung bereit.

Solidarische Grüße

SAfT e.V.

PS Hier noch mal der Hinweis auf einen Einordnungsversuch von uns im Vorfeld der Demonstration https://saft.noblogs.org/post/2022/07/01/ausfuehrlicheres-zur-demo-am-02-07-2022/

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Ausführlicheres zur Demo am 02.07.2022

In Taucha wird es am 02.07.2022 eine Demonstration unter dem Motto „Rechte Raumnahme stoppen – Keine Homezone für Nazis in Taucha“ geben. Aufgerufen zur Demonstration hat das Aktionsnetzwerk Leipzig nimmt Platz und die Antifa Aktion Leipzig.

Anlass ist der schwere rechte Übergriff auf einen Teenager am 22.06.2022 in Taucha und die zahlreichen weiteren Vorfälle aus den vergangenen Jahren.

Wir hoffen auf eine kraftvolle, entschlossen und Mut machende Demonstration.

Zum Vorfall -> https://saft.noblogs.org/post/2022/06/26/massiver-rechter-uebergriff-in-taucha-am-22-06-2022/

Ohne eine Bestätigung des Vorfalls durch polizeiliche Ermittlungen, werden Menschen weiter Zweifel am Hergang hegen. Wir respektieren die Entscheidung des Betroffenen, sich nicht an die Polizei zu wenden und empfehlen Betroffenen stets die Opferberatung SUPPORT des RAA Sachsen e.V. zu kontaktieren. Eine Anzeige würde nicht sicherstellen, dass dem Betroffenen geglaubt wird und ihn möglicher Weise sogar zusätzlich gefährden. Wir arbeiten also mit dem, was wir haben. Wir sind da im Zweifelsfall einfach erst mal parteiisch. Für Betroffene von rechter Gewalt in der Stadt ansprechbar zu sein, ist Teil unseres Selbstverständnisses. SAfT e.V. ist auch ein Raum für Empowerment, gegenseitige Unterstützung und Rückhalt. Betroffenen wird ja häufig nicht geglaubt. Gleichzeitig gibt es natürlich auch Fälle, die sich später als Erfunden herausstellen. Wir haben abgewogen, versucht nach unseren Möglichkeiten zu prüfen und sind zu dem Schluss gekommen, dass wir das erst mal für glaubhaft & plausibel halten!

Warum die Demo am 02.07.2022 sinnvoll ist

Im Vorfeld der Demonstration 2015 „Kamal K. von Rassisten ermordet! Nazis keine Ruhe lassen! Nichts wird vergessen, nichts ist vergeben!“ und auch der Kundgebung „Rechte Hetze ist keine Alternative“ 2020 wurde Angst vor einem unfriedlichen Verlauf der Veranstaltungen geschürt und teilweise bei vergangenen Veranstaltungen von SAfT e.V. vor „Polittourist:innen“ gewarnt. Ersteres trat bei keiner Veranstaltung ein. Bis auf rechte Provokationen verliefen die Veranstaltungen störungsfrei.

Im Folgenden wollen wir ein paar Überlegungen transparent machen, um unser Handeln verständlicher zu machen, aber auch zur Kritik einladen. Wir wollen so auch Menschen, die vielleicht bisher nicht so viel mit der Art von Engagement zu tun haben, offenlegen, was uns als Initiative bewegt und zu Entscheidungen führt.

1. Interventionen von „Außen“ sind legitim

Über Demonstrationen jenseits der Großstadt, für die viel in Leipzig oder anderen Großstädten mobilisiert wird, wird vor Ort häufig viel gestritten. Oft sind Positionen zu vernehmen, die solche Demonstrationen als eine unzulässige Einmischung von Außen betrachten. Es wird auf eine lokale Definitionsmacht bestanden. Dem soll an dieser Stelle eine andere Sicht gegenübergestellt werden.

Die Tauchaer Stadtgesellschaft ist keine Insel. Es gibt zahlreiche Verflechtungen mit Leipzig, dem Umland und vielen anderen Orten darüber hinaus. Ausgerechnet bei einem spezifischen gesamtgesellschaftlich relevanten Thema darauf zu bestehen, dass man das ausschließlich vor Ort verhandeln darf, macht keinen Sinn.

Seit einigen Jahren wir auch noch mehr darauf geachtet solche Interventionen nicht an den lokal aktiven Gruppen vorbei zu organisieren, sondern frühzeitig den Austausch und Absprachen zu suchen. Das heißt nicht, dass es auch ohne solche Absprachen sinnvoll sein kann, solche Demonstrationen durchzuführen. Aber da wo Strukturen bestehen und inhaltlich zusammengearbeitet werden kann, sollte das auch geschehen, sonst besteht schnell die Gefahr lokales Engagement unsichtbar zu machen, lokale Expertise zu ignorieren und die Mär von den „national-befreiten Zonen“ zu reproduzieren. Schließlich geht es auch darum nachhaltige Effekte zu erzeugen und lokale Gruppen langfristig zu stärken. Das ist auch in Fall der Demonstration am 02.07.2022 geschehen, wenn auch aufgrund der knappen Vorbereitungszeit nicht ganz reibungsfrei. Nicht zuletzt sollen solche Demonstrationen Öffentlichkeit für lokale Probleme schaffen, die Politik zum handeln bewegen, die Zivilgesellschaft vor Ort aktivieren und Engagierten Unterstützungsbereitschaft signalisieren. Manchmal sollen sie auch ganz konkret Schlimmeres verhindern, bspw. wenn bei pogromartigen Ausschreitungen Unterkünfte von Geflüchteten angegriffen werden. Gleichzeitig sollen solche Demonstrationen auch ein Zeichen an die extrem rechte Szene und andere Menschenfeinde senden, dass Gegenwind zu erwarten ist, deren Handeln beobachtet und öffentlich zum Thema gemacht wird.

2. Demonstrationen schaffen einen sicheren Ort

Bei der Kundgebung am vergangenen Mittwoch wurden wir von einigen Tauchaer:innen, aber auch von Auswärtigen, darauf angesprochen, ob wir uns sicher sind, dass wir eine Kundgebung nur mit ausschließlich lokaler Mobilisierung durchführen wollen. Es gab Bedenken bezüglich der Sicherheit der Teilnehmenden und dass man sich quasi auf dem Präsentierteller den Tauchaer Neonazis servieren würde. Wir sind das Risiko eingegangen und hatten Glück, dass sich so viele Tauchaer:innen eingefunden haben und die Polizei sich um die rechten Störer gekümmert hat. Wäre das anders gelaufen, wären wir sicherlich mit (auch berechtigter) Kritik konfrontiert gewesen fahrlässig gehandelt zu haben. Mit solchen Fragen müssen wir uns angesichts der „sächsischen Verhältnisse“ in Taucha beschäftigen!

Demonstrationen mit Unterstützung aus anderen Regionen schaffen einen Raum in dem sich auch lokal aktive Menschen relativ sicher und geschützt fühlen können. Es ermöglicht ihnen aus der häufig gefühlten Ohnmacht gegenüber den lokalen Verhältnissen auszubrechen, einen Moment der Stärke und Solidarität zu spüren. Nicht zuletzt macht es auch Spaß mit anderen Menschen gemeinsam seine politischen Forderungen auf die Straße zu tragen. Viele Tauchaer Jugendliche, fahren mangels Angeboten und dem Unwohlsein mit der rechten Präsenz in der Stadt nach Leipzig um politisch aktiv zu sein oder kulturelle Angebote wahrzunehmen. Wir hoffen sie finden den Mut zur Demonstration dazu zu stoßen, denn „Die Kidz sind okay“. Gleiches gilt natürlich auch für die Erwachsenen, besonders die, die Einschüchterungsversuche von Neonazis vielleicht selbst schon erlebt haben.

3. Demonstrationen müssen nicht allen gefallen

Das durchführen von Demonstrationen ist ein Grundrecht. Mensch darf auch jenseits vom eigenen Wohnort Demonstrationen anmelden und besuchen. Es gibt keine Demonstrationspflicht. Manchmal gibt es zu Demonstrationen sogar Gegendemonstrationen, mal spontan, mal organisiert. Leute können auch fast für jeden Quatsch demonstrieren, so lange sie es schaffen ein paar Worte für eine Anmeldung zu formulieren, teilweise funktioniert das aber auch ganz ohne, wie in den vergangenen zwei Jahren bei diversen unangemeldeten Aufzügen in sächsischen Kleinstädten zu sehen war. Es steht selbstverständlich auch allen frei Demonstrationen in Inhalt und Form zu kritisieren. Wenn Interesse an einer ernsthaften Auseinandersetzung über den Sinn und Unsinn solcher politischen Veranstaltungen besteht, dann sollten Statements besten Falls etwas ausführlicher ausfallen, als in ein paar wenigen Worten in den Kommentarspalten auf facebook.

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Was uns noch wichtig ist

Auch wenn die Stille aus der Tauchaer Politik und Stadtverwaltung für uns zu Beginn unseres Engagements als SAfT teilweise unverständlich und schwer zu ertragen war, haben uns auch in Taucha von Anfang an Menschen und Strukturen unterstützt, wenn auch nicht immer mit so lauter Stimme, wie wir es uns gewünscht hätten. Um so mehr freuen wir uns, dass vor Ort inzwischen ein solides Netzwerk entstanden ist! Initiativen aus Leipzig haben uns ebenfalls von Anfang an unterstützt und Hilfe angeboten, auch mit Gruppen aus anderen Kleinstädten in Sachsen waren und sind wir in engem Austausch.

Uns als Tauchaer:innen und Unterstützer:innen geht es und ging es nie um „Taucha-Bashing“ sondern darum, unsere Kritik auch immer mit konstruktiven Vorschlägen vorzutragen und selbst mittels Engagement und verschiedenen Formaten Akzente zu setzen. Wer unser Engagement als Spaltung erlebt, hat bestehende ausgrenzende und ausschließende Dynamiken in Taucha nicht gesehen oder nicht sehen wollen. Nun erleben manche unser Engagement als Störung, aber einfach darauf zu bestehen, dass alles bleibt, wie es ist oder war, funktioniert in einer sich ständig wandelnden Welt nicht.

Das Veränderungen Kraft kosten oder auch mal überfordern, können wir gut nachvollziehen, es nützt aber nichts den Kopf in den Sand zu stecken und im vermeintlich besseren Gestern zu verharren.

Wir laden dazu ein sich weiter gemeinsam für eine zukunftsfähige, vielfältige, offene und konfliktfähige Stadtgesellschaft einzusetzen.

Wir glauben in Taucha gibt es ein großes Potential den rechten Strukturen etwas entgegen zu setzen. Es gibt viele bestehende Initiativen, die sich für ein menschliches Miteinander einsetzen. Auch die Wiederwahl von Tobias Meier als Bürgermeister mit mehr als 75% der abgegebenen Stimmen gibt ein wenig Hoffnung. Die fortschrittlichen Teile der Tauchaer Stadtgesellschaft gilt es weiter zu aktivieren und zu ermutigen klar Position zu beziehen.

Für ein #SolidarischesTaucha !!!

Wir wünschen einen guten Demonstrationsverlauf.

SAfT e.V. – Solidarische Alternativen für Taucha

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Kurzbericht zur Kundgebung „Rechte Gewalt stoppen“ am 29.06.2022

Für die Kundgebung „Rechte Gewalt stoppen – Solidarität mit den Betroffenen“ am 29.06.2022 hatten wir ausschließlich in Taucha mobilisiert. Etwas 70 Menschen verschiedenen Alters, inklusive einiger Unterstützer:innen aus Leipzig, haben an der Kundgebung teilgenommen, unter anderem auch einige Vertreter:innen der lokalen Politik. DANKE an alle, die da waren und gezeigt haben, dass die Tauchaer Stadtgesellschaft bereit ist, hier Position zu beziehen. Anlass der Kundgebung war ein massiver rechter Übergriff auf einen Jugendlichen in Taucha ( https://saft.noblogs.org/…/massiver-rechter-uebergriff…/) und die zahlreichen Vorfälle aus den letzten Jahren. (https://chronikle.org/ereignisse?area=taucha)

DANKE für den unkomplizierten Techniksupport aus Leipzig. Es gab einige Redebeiträge aus dem Kreise der Aktiven bei SAfT e.V.. Am Rande der Kundgebung provozierten einige Angehörige der rechten Szene Tauchas. Diese wurden von der anwesenden Polizei aber auf Distanz gehalten.

Im Vorfeld wurde sich vor allem auf facebook ausführlich über die Kundgebung empört. Uns irritiert immer wieder mit wie viel Häme und Abwertung auf so simple demokratische Akte der politischen Mitgestaltung reagiert wird. Unser Ziel ist es nicht, Taucha in „eine rechte Ecke“ zu stellen, sondern für eine lebenswerte, vielfältige und solidarische Gesellschaft zu streiten. Engagement gegen und die Thematisierung von menschenverachtenden Einstellungen und Strukturen sind damit zwingend verbunden. Wir haben es oft erlebt, dass Tauchaer:innen sich zum Thema rechte Gewalt und Strukturen aus Angst gar nicht oder nur hinter vorgehaltener Hand äußern. Das gilt es zu ändern!

Wenn eine rechte Hegemonie die Freiheit der Vielfalt bedroht, ein Klima schafft in dem sich Menschen nicht trauen anders zu sein, dann verkümmert auch das soziale und kulturelle Leben einer Stadt. Viele Tauchaer:innen setzen bereits seit Jahren Akzente für eine offene Gesellschaft und wir tragen unseren Teil dazu bei. Für Betroffene von rechter Gewalt in der Stadt ansprechbar zu sein, ist Teil unseres Selbstverständnisses. SAfT e.V. ist auch ein Raum für Empowerment, gegenseitige Unterstützung und Rückhalt.

https://saft.noblogs.org/werwiewas-saft/selbstverstandnis/

Wir als Verein sind auch nicht, wie hier und da von „Empörten“ behauptet wird, von der Aufmerksamkeit im Kontext rechter Aktivitäten und Übergriffe abhängig, dass haben wir durch verschiedenste Aktivitäten bewiesen und werden das nach unseren Kräften und Kapazitäten auch weiterhin tun.

Solidarische Grüße

SAfT e.V. – Solidarische Alternativen für Taucha

Wir haben die Teilnehmer:innen zu deren Schutz auf dem Foto unkenntlich gemacht. Wir konnten nicht mit allen Teilnehmer:innen besprechen, ob sie in diesem Kontext im Internet zu sehen seien wollen. Gesicht zeigen in der analogen Welt scheint uns wichtiger!

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Massiver rechter Übergriff in Taucha am 22.06.2022

Triggerwarnung: Dieser Text enthält Schilderungen von Gewalt und Missbrauch.

In den frühen Morgenstunden des 22.06.2022 wurde ein 14-jähriger Tauchaer für mehrere Stunden von zwei mutmaßlichen Neonazis festgehalten, genötigt und misshandelt. „Dem Betroffenen gilt unsere Solidarität und Unterstützung. Wir sind erschrocken und wütend angesichts der menschenverachtenden Gewalt gegen den Teenager“, so eine Vertreterin von SAfT e.V. – Solidarische Alternativen für Taucha. Die Tat ist ein trauriger Höhepunkt einer schon seit mehreren Jahren zu beobachtenden Entwicklung in Taucha.

Der Betroffene wurde in der Nähe des Gut Graßdorf von zwei Personen bedrängt, geschlagen, genötigt und über mehrere Stunden festgehalten. Der Jugendliche wurde durchsucht und homo- bzw. transfeindlich beleidigt. Er wurde gezwungen seine Bekleidung bis auf die Unterwäsche abzulegen, wurde bespuckt, fotografiert und gefilmt.

Der Betroffene war unter Androhung von weiterer Gewalt gezwungen, mehrere Stunden mit den Täter:innen zu verbringen, wurde quasi verhört und teilweise nur spärlich bekleidet durch die Straßen der näheren Umgebung getrieben, um nach vermeintlich linken Graffiti zu suchen.

Die Täter:innen versuchten außerdem Informationen über politische Strukturen, Freund:innen und Bekannte zu erpressen und schlugen auf ihr Opfer ein, bis dieses zu Boden ging. Beendet wurde dies Situation mit der Aufforderung alle linken Graffiti in Taucha bis Freitag, den 24.06.2022, zu entfernen. Die Täter:innen drohten an, sonst mit ihren Freunden wiederzukommen. So die Beschreibung des Tathergangs auf der Homepage https://aale.noblogs.org/rechter-angriff/.

Wir verabscheuen diese Tat und wünschen dem Betroffenen eine schnelle Erholung von den Verletzungen, Erniedrigungen und Einschüchterungen. Wir stehen für weitere Unterstützung bereit.

Engagement in Taucha ist bitter nötig, dass zeigen der erschreckende Übergriff am 22.06.2022 und diverse Vorfälle aus den vergangenen Jahren, von denen hier einige beispielhaft angeführt werden.

Erst vor wenigen Wochen wurde zum fünften mal in zwei Jahren eine Scheibe der Ladenfront des Allmende Taucha e.V. mutwillig sehr wahrscheinlich durch Angehörige der extrem rechten Szene beschädigt. Im August 2021 wurde eine Aktion zum Christopher Street Day auf dem Tauchaer Marktplatz wegen rechten Drohungen und Pöbeleien abgebrochen. Erinnert sei auch an den Übergriff von zwei Tauchaer Tätern aus dem rechten Spektrum in Jesewitz im Mai 2021. Infolgedessen ist der betroffene Indonesier aus der Gegend weggezogen. Bei einem Mitglied von SAfT e.V. wurde das Fahrrad vor dem Wohnhaus demoliert, nachdem er ebenfalls im Mai auf Stickern im ganzen Stadtgebiet als vermeintlicher Linksterrorist diffamiert und seine Adresse veröffentlicht wurde. Bekannte Akteure aus dem extrem rechten Milieu trainierten die Bediensteten der Tauchaer Polizeibehörde, betreiben in Taucha ein Kampfsportgym oder sind im Vereinssport beim Volleyball aktiv. All das scheint bislang weder in der Tauchaer Verwaltung und Politik oder der örtlichen Zivilgesellschaft größeren Widerspruch zu erzeugen, noch bei der Polizei zu mehr Aktivität und proaktiven Interventionen zu führen.

Bei der Landratswahl im Juni 2022 gaben mehr als 1000 Tauchaer:innen der Kandidatin der extrem rechten Partei „Freie Sachsen“ ihre Stimme. Beide Bürgermeisterkandidaten in Taucha waren sich im Interview mit „Taucha Kompakt“ im Vorfeld der Wahl einig, dass es in Taucha bereits mehrere Wellen extrem rechter Präsenz zu verzeichnen gab und normalisierten die Übergriffe damit. Solche Wellen gilt es zu brechen und nicht darauf zu warten, dass sie schon vorbeigehen mögen.

„Wir wünschen uns für Taucha mehr Mut und Engagement für eine lebendige demokratische und weltoffene Stadtgesellschaft. Dafür reichen bloße Appelle und Lippenbekenntnisse nicht aus“, so Klaus-Dieter Jacob von SAfT e.V., der selber schon von zahlreichen Einschüchterungsversuchen betroffen war. Es geht darum, auch im Kleinen zu widersprechen, alternative Angebote zu etablieren, Strukturen zu benennen und einzuhegen. Zögern und Wegschauen wird die Situation nur verschlechtern. An die Erfolge aus der Arbeit, der am Runden Tisch Taucha beteiligten Akteur:innen, muss angeknüpft werden, um die extreme Rechte in Taucha langfristig zu marginalisieren.

Wir rufen dazu auf, bei rechter Hetze entschieden zu widersprechen, die gewaltaffinen rechten Strukturen immer wieder kritisch zum Thema zu machen und sich für eine Gesellschaft der Vielen und der Vielfalt stark zu machen.

Die besten Genesungswünsche an den Betroffenen!

Solidarische Grüße von SAfT e.V. aus Taucha (geändert am 26.06.202219:21)

Nachtrag vom 27.06.2022 20:30

Ein kleiner Nachtrag, weil an der ein oder anderen Stelle Zweifel an den Geschehnissen bzw. deren Darstellung zu vernehmen sind: Wir sind da im Zweifelsfall einfach erst mal parteiisch. Betroffenen wird ja häufig nicht geglaubt. Gleichzeitig gibt es natürlich auch Fälle, die sich später als Fake herausstellen. Wir haben abgewogen, versucht nach unseren Möglichkeiten zu prüfen und sind zu dem Schluss gekommen, dass wir das erst mal für glaubhaft & plausibel halten!

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