Eine Gruppe von Tauchaer*innen machte sich am frühen Morgen des 11.1.2025 auf den Weg, um die Proteste gegen den AfD-Bundesparteitag in Riesa zu unterstützen. Gegen 5:30 Uhr begann die Kundgebung am Bahnhof unter dem Motto „Ganz Riesa steht (früh) auf gegen Rechts: Frühstück gegen Rechts“ – und die schon zahlreich erschienenen Protestierenden waren sehr froh über die Anlaufstelle mit Heißgetränken und Vor-Ort-Informationen.
Essen, Trinken und Musik von morgens bis zum Sonnenuntergang
Mitgebracht hatte das Team aus Taucha auch Spenden von Tauchaer*innen, die selbst nicht nach Riesa reisen konnten oder wollten. Kuchen, Energiebällchen und stärkende Snacks konnte an die Protestierenden verteilt werden, die nach stundenlangen Sitzblockaden dafür sehr dankbar waren.

Auf den Straßen Riesas waren Menschen allen Alters aus der ganzen Republik unterwegs. An der Mahnwache gab es lebendigen Austausch, Geschichten wurden geteilt, Tränen getrocknet und Wunden versorgt. Ein ehrenamtlicher Shuttle-Service versuchte den Transport von Menschen mit Beeinträchtigungen vom Bahnhof zur Großkundgebung zu gewährleisten.
Vor Ort war ebenfalls das Team von ROSA, das mobile Anlaufstellen für Frauen auf der Flucht, u.a. an der EU-Außengrenze in Griechenland, organisiert und das mit einer Ausstellung und Redebeiträgen über seine Arbeit informierte. Die Soundbox von ROSA sorgte für gute Stimmung und die Möglichkeit zum Tanzen auf dem Bahnhofsvorplatz.
Das Team von ROSA und die Menschen aus Taucha waren dabei nur ein kleiner Teil der Infrastruktur, die den Protest vor Ort unterstützte. Weitere Mahnwachen, organisierte Übernachtungsplätze in den Nachbarstädten, Menschen für rechtliche Beratung und Beistand, Sanitäter*innen-Teams und viele mehr machten den Protest für viele verschiedene Menschen möglich.

Mehr als 15.000 Menschen verzögerten Veranstaltungsbeginn um 2 Stunden
Etwa 15.000 Menschen aus ganz Deutschland protestierten am 11.1.2025 u.a. im Rahmen des Widersetzen-Bündnisses mit Kundgebungen, Demonstrationen und Aktionen des zivilen Ungehorsams gegen die menschenverachtende Politik der AfD. Über 200 Busse aus dem gesamten Bundesgebiet und aus Österreich hatten sich auf den Weg gemacht, um die Protestierenden rechtzeitig nach Riesa zu bringen. Aufgerufen hatten kirchliche Organisationen, die „Omas gegen Rechts“, Gewerkschaften und vielfältige weitere zivilgesellschaftliche Initiativen.
Weitere Menschen, die aus Taucha und Nordsachsen angereist waren, berichteten von einer friedlichen und guten Atmosphäre bei den Demonstrationen, von guten Gesprächen mit vielen Menschen. Aber auch davon, dass die Demonstration gestoppt und nicht zur zentralen Kundgebung gelassen wurde. Das Entsetzen über die Polizeigewalt, das Hetzen von Hunden auf Protestierende und den Angriff auf einen sächsischen Landtagsabgeordneten kam erst zuhause.
Dennoch: Der Parteitag konnte erst mit mehr als zwei Stunden Verspätung beginnen. Dies wurde von den Organisierenden als Erfolg und als deutliches Zeichen gewertet: Auch in Riesa, einer Kleinstadt mitten in Sachsen, muss die AfD mit Widerstand rechnen.
AfD auch in Taucha – im Stadtrat
In Taucha sitzen vier Vertreter*innen der rechtspopulistischen AfD im Stadtrat. Hier fallen sie durch unzureichende Vorbereitung, Störversuche und mangelnde Kompetenzen für die kommunale Parlamentsarbeit auf. Nur ein Beispiel dafür ist ihr Agieren bei der Diskussion um die Schließung der Kita in Plösitz: Kita Haus Sonnenschein Plösitz: Verwunderung über Stellungnahme der AfD-Fraktion. Auch wenn sie hier harmlos erscheinen, so sind sie doch Teil einer gefährlichen Partei, welche mit verschiedenen Strategien ohne Hemmungen an der Zersetzung demokratischer Institutionen arbeitet.